Eine Islandreise mit Baby bzw. Kleinkind – ist das wirklich machbar? Aus unserer eigenen Erfahrung können wir sagen: Ja, absolut! Wir haben uns ins kalte Wasser gestürzt und sind mit unserer 1-jährigen Tochter nach Island gereist.
In diesem Beitrag möchten wir euch von unseren Erfahrungen berichten. Dabei haben wir natürlich einiges gelernt und geben euch sehr gerne praktische Tipps mit, die eure Islandreise mit Baby oder Kleinkind ganz entspannt machen werden.
Unser Start ins Abenteuer Island – Reiseplanung
Unsere Tochter war 12 Monate alt, als wir mit ihr nach Island gereist sind. An der Schwelle zwischen Baby und Kleinkind, können wir euch einen ganz guten Einblick geben, wie sich der Islandurlaub mit einem Baby oder Kleinkind gestaltet.
Während der Planung wurden und waren wir mit einigen Fragen konfrontiert: Ist es nicht zu kalt mit einem Kind im Oktober nach Island zu reisen? Klappt das mit dem Flug? Gibt es Baby-Produkte vor Ort zu kaufen? Und noch einige weitere…
Wir waren schon einige Male in Island, dieses Mal aber zum ersten Mal mit einem Kind. Da stellte sich natürlich auch die Frage, ob man das auch noch genauso genießen kann und ob dann alles anders ist. Um das kurz zu beantworten: Ja, es war eine absolut entspannte wie auch wunderschöne Reise, die gar nicht mal so verschieden war zu unseren vorigen Besuchen.
Du möchtest entspannt mit deinem Baby/Kind nach Island reisen?
Gerne helfen wir euch bei der Planung und geben euch wertvolle Tipps an die Hand. Wir freuen uns, gemeinsam eure Familien-Reise nach Island zu planen.
Der Flug nach Island
Der Flug von München nach Keflavik dauerte knapp vier Stunden und war überraschend angenehm. Wir sind mit Icelandair gereist und alle waren sehr hilfsbereit und zuvorkommend.
Den Kinderwagen durften wir bis ans Gate mitnehmen und haben ihn direkt beim Boarding abgegeben. Die Kraxe wurde als zusätzliches Aufgabegepäck kostenlos transportiert. Babynahrung mit Flüssigkeiten durften im Handgepäck mitgenommen werden.
Da es bereits einige Artikel zu Flugreisen mit Babys und Kleinkindern gibt, beschränken wir uns hier auf die allerwichtigsten Tipps:
- Snacks oder Stillen/Fläschchen für Start und Landung für den Druckausgleich
- Neue Spielsachen wirken Wunder, um die Kleinen zu beschäftigen. Am besten Spielsachen ohne Kleinteile, die herunterfliegen können. Am meisten hat unsere Kleine dann aber die Plastikwasserflasche beschäftigt, die wir noch vor dem Abflug geholt haben.
Unterwegs auf Island – Mietwagen, Unterkünfte & Route
Island erkunden mit dem Baby im Mietwagen
Ein Mietwagen ist für Island auf jeden Fall immer empfehlenswert, auch bei einer Standortreise. Mit einem Baby ist es darüber hinaus auch sehr wertvoll: immer einen Wickelplatz in der Nähe und ein Rückzugsort zum Füttern oder für ein Schläfchen.
Wir haben über die Mietwagenfirma einen Kindersitz gemietet und das hat sehr gut geklappt. Manche entscheiden sich dafür, einen eigenen Sitz mitzubringen – das bedeutet aber auch Extra-Gepäck.
Unterkünfte
Wir haben Hotels gewählt und dort immer ein Babybett kostenlos dazubuchen können. Ferienwohnungen haben natürlich auch Vorteile für die Reise mit Babys und Kindern:
- In einer eigenen Küche lässt sich die Babynahrung entspannter zubereiten.
- Es bietet mehr Platz zum Krabbeln.
- Wenn das Baby am Abend schläft, können sich die Eltern in einen eigenen Raum zurückziehen.
Aber Hotels funktionierten auch – nur auf engerem Raum. Dafür kann man sich auch ganz ohne schlechtes Gewissen am Abend gemeinsam mit dem Baby schon ins Bett legen und sich ganz entspannt den Plan für den nächsten Tag machen. Ein Frühstücksbuffet ist natürlich auch eine tolle Sache: Gerade wenn das Baby bzw. Kleinkind sich etwas durchprobieren möchte, was so schmeckt!
Unsere Route – Babyfreundliche Stopps & Highlights
Wir wollten Island genießen, ohne Stress und stundenlange Marathonetappen. Deshalb haben wir die Route bewusst entschleunigt. Wir haben uns für eine kleine 7-tägige Rundreise im Westen und Süden Islands entschieden.
Unser Reiseplan und unsere Stopps
Anreise/Borgarnes
Nach dem Flug und der Mietwagenabholung am Flughafen ging es dann direkt weiter zu unserem Hotel in Borgarnes (ca. 1,5 Stunden Fahrt vom Flughafen Keflavik).
Unser Tipp: Der Tag mit Anreise ist recht lang geworden. Beim nächsten Mal würden wir uns für die erste Nacht ein Hotel in der Nähe des Flughafens nehmen. Unsere Kleine war bei ihrem ersten Flug so gespannt, dass sie ihr Schläfchen ausgelassen hat. Die Stimmung hätte also schnell kippen können, zum Glück ist sie aber im Auto auf dem Weg zum Hotel dann sofort eingeschlafen.
Ausflug auf Snæfellsnes
Unsere erste Tour ging auf die Halbinsel Snæfellsnes. Hier gibt es eine Menge zu entdecken: von der Robbenbeobachtung in Ytri-Tunga, dem Wasserfall Bjarnarfoss bis zum Kirkjufell und Kirkjufellsfoss – und noch vieles mehr.
Golden Circle
Unsere Route führte uns weiter in den Südwesten Islands ins nächste Hotel. Auf der Weiterfahrt nach Hvolsvöllur lassen sich ein paar Stopps unterbringen, unter anderem mit Attraktionen des Golden Circles, wie dem Þingvellir Nationalpark oder dem Kerið-Krater.
Südwesten/Süden Islands
In der Gegend empfehlen wir euch folgende Ausflüge:
- Westmännerinseln mit der Fähre
- Die Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss
- Vík (Lava Show, Reynisfjara)
Laugarás & Geysir
Unsere Reise ging weiter zum nächsten Hotel mitten im Golden Circle in Geysir. Auf dem Weg können wir einen Stopp an der Friðheimar Tomatenfarm empfehlen: die Tomatensuppe ist ein Genuss!
Glücklicherweise haben wir auf unserer Reise Oma und Opa dabeigehabt – so haben wir Eltern uns einen Abstecher in die erst kürzlich eröffnete Laugarás Lagoon genehmigt. Für Babys und Kleinkindern sind die heißen Thermalbäder leider nichts.
Ein Besuch des großen Geysirs und des Wasserfalls Gullfoss sind natürlich ein Muss.
Südwestküste
Auf dem Weg zu unserem letzten Hotel in der Nähe des Flughafens haben wir einen Stopp im Geothermalgebiet Seltún/Krýsuvík gemacht. Im Anschluss ging es noch abenteuerlich mit dem Auto durch die Geisterstadt Grindavík und über die neue Straße über die teils noch dampfende Lava des derzeit inaktiven Vulkans.
Unser Heimflug ging sehr früh morgens, allein deswegen empfiehlt sich als letzter Stopp ein Hotel in der Nähe des Flughafens.
Fazit zum Reiseplan
Wer es entspannter angehen möchte, empfehlen wir, einen Standort mit einem Hotel oder Ferienhaus zu wählen und von dort aus Ausflüge in die Region zu planen. Aber wir können berichten, dass auch eine Rundreise mit vier Hotels innerhalb einer Woche durchaus machbar ist und für uns auch ganz ehrlich nicht stressig gewirkt hat.
Für eine Rundreise um die ganze Insel sollte man allerdings mehr Tage einplanen, damit die Reise mit Kind auch entspannt bleibt. Für die längeren Strecken empfiehlt es sich auf jeden Fall, sich nach den Schlafenszeiten der Kleinen zu richten.
Für die Ausflüge haben wir uns für jeden Tag einen Plan gemacht, was alles möglich wäre – und dann spontan nach Lust und Laune geschaut.
Nordlichter
Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es mit der Nordlichtersichtung mit Baby klappen wird. Soll man die Kleinen denn aus dem Schlaf reißen, wenn Nordlichter mitten in der Nacht im Himmel sind?
Bei uns hat sich das alles von selbst ergeben: Zunächst waren wir einfach so im Nebel am besagten Abend umgegeben, dass wir einfach ins Bett gegangen sind. Unsere Kleine hat dann etwa um 3 Uhr nachts beschlossen, ihren Schlaf zu unterbrechen. Beim Wiegen in den Schlaf und einem Blick durch die Vorhänge haben wir erkannt, dass uns "Frau Aurora" aufgeweckt hat. Das Baby dick eingepackt in den warmen Fellsack im Kinderwagen sind wir dann rausgegangen, um die Nordlichter zu beobachten. Die Kleine ist bald wieder eingeschlafen und wir haben die Nordlichter genossen. Da war natürlich eine Portion Glück dabei - aber so ist das immer bei der Nordlichtbeobachtung.
Unser Tipp: Wir haben uns an einem anderen Tag mit hoher Nordlichtwahrscheinlichkeit aufgeteilt und sind einzeln mit dem Auto ein Stück rausgefahren.
Babyalltag auf Island – Essen, Schlafen, Wickeln
Babynahrung & Windeln
Babynahrung und Windeln gibt es in den isländischen Supermärkten. Im Nachhinein hätten wir persönlich aber lieber mehr Windeln und Babynahrung einpacken sollen.
Windeln der Marke Pampers haben wir nicht gefunden und die Windeln der Marke, die wir dort gekauft haben, haben nicht ganz optimal gepasst – Unfälle vorprogrammiert ;)
Milchpulver haben wir selbst ausreichend mitgebracht, in manchen Supermärkten hätten wir aber sogar Milchpulver von Hipp gefunden.
Zur Zeit der Reise hat unsere Kleine noch viel Gläschen-Beikost gegessen. Hier der Hinweis: In den meisten Supermärkten haben wir nur süße Obstgläschen gefunden, in nur einem gab es zwei Sorten herzhafter Gläschen – zum Glück aber die geliebten Spaghetti Bolognese unserer Kleinen.
Wer also nicht lange suchen möchte und sich etwas Stress ersparen will, der sollte das zusätzliche Gepäck an Windeln und Babynahrung in Kauf nehmen.
Schlafen
In jedem Hotel konnten wir problemlos und kostenlos ein Babybett dazubuchen. Wir hatten einen Schlafsack dabei, in den Babybetten wurde aber auch Kissen und Decke bereitgestellt.
Wickeln
In einigen Restaurants haben wir einen Wickeltisch gefunden. Ansonsten hatten wir natürlich immer den Mietwagen in der Nähe.
Wind, Wetter und Kleidung – Der Schlüssel zu entspannten Tagen
Island-Wetter ist launisch – das ist kein Geheimnis. Man sollte also zu jeder Jahreszeit auf alles vorbereitet sein. Das heißt auch für das Baby das Schicht-Prinzip bei der Kleidung. Es ist sehr oft windig auf Island, daher unbedingt immer eine Mütze dabeihaben.
Kinderwagen oder Kraxe?
Wir hatten sowohl den Kinderwagen als auch die Kraxe dabei. Beides konnten wir problemlos mit Icelandair transportieren. Für ein paar Sehenswürdigkeiten eignet sich sogar der Kinderwagen, da die Wege breit genug sind (z.B. am Geysir oder Bjarnarfoss).
Zu manchen Attraktionen gelangt ihr aber nur, wenn ihr die Kleinen in eine Trage oder Kraxe packt. Unsere Kleine hat sie Kraxe geliebt, da sie da eine tolle Aussicht hatte!
Unsere Packliste für Island mit Baby/Kleinkind
Eine kurze Übersicht:
- Kinderwagen
- Kraxe
- Warme Kleidung im Zwiebellook
- Mütze und Handschuhe
- Schneeanzug/Regenoverall
- Schlafsack
- Windeln, Feuchttücher, Wickelunterlage, Windeltüten
- Reiseapotheke
- Trinkbecher
- Babynahrung und Snacks
- Pass/Personalausweis
- Neues Spielzeug
- Schnuller
- Schlafsack
- Wind Wetter Creme und Sonnencreme
Unsere besonderen Tipps für die Packliste:
- Nachtlicht: in den unbekannten Hotelzimmern ist es sonst manchmal ganz schön schwer, sich beim nächtlichen Wickeln/Füttern zurechtzufinden. Man möchte ja auch ungern gleich die Gesamtbeleuchtung aus Versehen anschalten.
- Ersatzbody/Ersatzkleidung immer griffbereit (wie gesagt: wir hatten da mehrere Unfälle und waren froh, dass wir das immer in der Wickeltasche parat hatten)
Sicherheit – Worauf du achten solltest
- Heiße Quellen sind tabu für Babys und Kleinkinder
- Der Wind kann extrem sein: Autotüren immer festhalten – gerade wenn man mal schnell noch wickeln muss!
- Klippen & Wasserfälle: Haltet immer ausreichend Abstand und bleibt auf den markierten Wegen.
- Wetter: Prüft am besten täglich, ob es Wetterwarnungen auf Veður.is gibt. Die Warnungen in Island solltet ihr immer ernst nehmen und gegebenenfalls die Route anpassen.
Was kostet Island mit Baby?
Kurz: Ja, Island ist teuer. Aber das gilt auch für einen Urlaub ohne Baby oder Kleinkind.
Die Babyprodukte im Supermarkt sind etwas teurer als in Deutschland. Wenn ihr die meisten Produkte schon einpackt, spart ihr euch zumindest diesen Aufpreis.
Unser Fazit: Island mit Baby – ein Abenteuer, das sich lohnt
Es war nicht immer einfach. Es gab windige Momente, spontane Planänderungen und müde Tage. Aber gleichzeitig war Island mit Baby eine der schönsten Reisen, die wir je gemacht haben.
Unser Baby war viel entspannter als wir erwartet hatten – und wir haben Island ganz neu erlebt: langsamer, intensiver und mit mehr Staunen.
Wenn du darüber nachdenkst, eine Islandreise mit Baby oder Kleinkind zu machen: Trau dich! Es wird anders – aber wundervoll.
- Was war überraschend gut?
- Was würdet ihr beim nächsten Mal anders machen?
- Für wen ist Island mit Baby ideal?
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